– HSG besteht den Ritt auf der Rasierklinge –

Osnabrücker Handballer siegen im Derby, überholen Bohmte und springen auf Platz drei

Etwa 300 Zuschauer hatten in der Hoffnung auf ein packendes Handball-Landesliga-Derby den Weg in die OSC-Halle gefunden – sie sollten nicht enttäuscht werden. Am Ende setzte sich die HSG Osnabrück gegen Verbandsligaabsteiger TV 01 Bohmte in einem durch die Defensivreihen geprägten, engen und von der ersten bis zur letzten Minute spannenden Kampf mit 21:20 durch, fügte damit den Gästen die erste Saisonniederlage zu und springt in der Tabelle auf Rang drei.

In einer Partie, die schon früh in der Saison eine erste echte Standortbestimmung für beide Mannschaften darstellen sollte und die durch kurzfristige Beleuchtungsprobleme in der Halle mit wenigen Minuten Verspätung angepfiffen wurde, entwickelte sich von Beginn an eine enge Begegnung. Zunächst war es die HSG, die vorlegte und der TV 01, der nachzog, ehe sich dieses Spiel bis zum 5:5 umkehrte. Beiden Kontrahenten war anzumerken, dass ein früher Rückstand um jeden Preis vermieden werden sollte. Auf Osnabrücker Seite war es dabei der achtfache Torstütze Jan-Nicolas Pötter, der ab der ersten Minute aus dem linken Rückraum Akzente setzte und von seinen Gegenspielern immer wieder nur durch unfaire Aktionen zu stoppen war. So hagelte es für den Gast aus dem Osnabrücker Nordkreis bereits in den ersten zehn Minuten satte vier Zeitstrafen. Überzahlsituationen, aus denen die Osnabrücker jedoch kein Kapital schlagen konnten. In der 13. Minute dann hatte der TV 01 großes Glück, als das gesundheitsgefährdende, da in voller Härte nur gegen Körper und Wurfarm des Gegners gerichtete und somit klar rotwürdige Einsteigen von Bohmtes Dück gegen Osnabrücks Pötter durch eine mehr als fragwürdige Interpretation ungeahndet blieb und der TV 01 somit auch im weiteren Spielverlauf auf seinen wichtigen Deckungsspieler zurückgreifen konnte. Erst nachdem die HSG in der Folge ihrerseits zweimal in Unterzahl agierte, gelang es der Dietrich-Sieben, sich Mitte des ersten Durchgangs erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung zu erspielen, der jedoch lediglich bis zum 10:7 Bestand haben sollte. Teils übereilte Abschlüsse, teils Nachlässigkeiten in der sonst stabilen Deckung brachten Bohmte kurz vor der Pause wieder auf 11:10 heran, ehe Jan Wendte aus dem Rückraum zum 12:10 traf und damit den Schlusspunkt des ersten Durchgangs setzte.

Der Moment der Gewissheit: Nach dem 21:20-Derbysieg feiern die HSG-Akteure ausgelassen. Foto: Martin Köchert.

In Durchgang zwei bot sich dem Publikum weiterhin weitestgehend das bereits aus den ersten 30 Minuten gewohnte Bild. Die HSG behauptete stets eine knappe Führung, ohne jedoch nachhaltig am Ausbau derselben arbeiten zu können. So bot sich nach 40 Minuten beim Stand von 17:15 neuerlich die Gelegenheit, die Führung zumindest wieder einmal auf drei Treffer auszubauen. Doch in ebenso großer Regelmäßigkeit scheiterten die Osnabrücker Gästekeeper Gärthöffner, verzettelten sich in Einzelaktionen oder verloren den Ball anderweitig. So war es Bohmtes Christopher Göbeler, der in der 47. Minute zum 18:18 traf, damit erst zum zweiten Mal in Abschnitt zwei ein Remis für seine Mannen erreichte und eine Schlussphase einläutete, in der die Spannung immer mehr mit Händen zu greifen sein sollte. Noch einmal geriet die HSG nach 53 durch eine ebenfalls äußerst strittige Zeitstrafe gegen Johannes Rüschen in Unterzahl, überstand diese Phase jedoch dank aufopferungsvollen Kampfes in der Deckung schadlos, ging viereinhalb Minuten vor dem Ende durch Marvin Lötzbeyer erneut in Führung und legte durch Jan-Nicolas Pötter sogar zum 21:19 nach. Bohmtes Göbeler, der die letzten drei Treffer seiner Mannschaft allesamt erzielte war jedoch erneut zur Stelle und verkürzte noch einmal. Den Osnabrückern gelang es danach nicht, die Partie über die Zeit zu bringen. Pötter verzog im Abschluss, der fällige Freiwurf wurde ihm nicht gewährt, sodass der TV 01 noch einmal 20 Sekunden hatte, um doch noch zum Ausgleich zu kommen. Doch die Osnabrücker Deckung hielt ein weiteres Mal Stand, ermöglichte Patrick Buchsbaum lediglich einen letzten, direkten Freiwurf nach Ablauf der Zeit. Einen abgefälschten und knapp am Gehäuse vorbeisegelnden Wurf später, war der Jubel vor der Saison-Rekordkulisse in der OSC-Halle auf HSG-Seiten nicht mehr aufzuhalten.

In einem Derby, das auf kämpferischer Ebene von beiden Seiten alles bot, was ein Derby ausmacht, siegte die HSG am Ende zwar knapp aber aufgrund des Spielverlaufs durchaus nicht unverdient. In dem Bewusstsein, dass es mit etwas mehr Pech auch durchaus hätte anders ausgehen können, besteht für die Osnabrücker die Aufgabe, in der kommenden Trainingswoche weiter an der eigenen Leistungsfähigkeit zu feilen. Denn am kommenden Sonntag steht bereits das nächste Derby-Spitzenspiel auf dem Programm, wenn um 17 Uhr beim aktuellen und verlustpunktfreien Tabellenzweiten TuS Bramsche angeworfen wird.

HSG Osnabrück: Jan-Nicolas Pötter 8, Jan Wendte 3/2, Christan Bolte 2, Marvin Lötzbeyer 2, Béla Mokrys 2, Johannes Rüschen 2, Alexander Schilling 1, Miro Wolter 1, Malte Fallenbeck, Maximilian Große Wördemann, Frederic Hinz, Philipp Röttges, Johannes Frostmann (TW), Sebastian Siebert (TW), Trainer: Timm Dietrich.

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