– Guter Start, keine Punkte –

Abwehrschlacht in Nordhorn – Osnabrück verliert erneut

Erzielt ein Team in einer Landesliga-Partie unter zwanzig Treffern, so ist in der Regel anzunehmen, dass diese sich dem Kontrahenten mehr oder weniger deutlich geschlagen geben musste. Gelingt dieses Kunststück beiden beteiligten Mann-schaften, so ist dies durchaus als kurios zu bezeichnen. Eingetreten ist ein solcher Fall am vergangenen Samstag bei der Partie HSG Nordhorn II gegen die HSG Osnabrück – Endstand 16:15 – mit dem bitteren Ende für den Gast, der früh wie der sichere Sieger aussah und am Ende gar den einen Punkt um lediglich zwei Zentimeter verfehlte. Die Osnabrücker Misere weitet sich damit aus, ist die Mannschaft von Timm Dietrich nun seit fünf Spielen sieglos.

Auch seine fünf Treffer halfen nichts: HSG-Kreisläufer Christian Bolte (links). Foto: Martin Köchert.

Dabei deutete gleich zu Beginn der Begegnung vieles auf eine unerwartete klare Angelegenheit hin. Wie entfesselt begannen die Osnabrücker, deckten ab der ersten Minute kompakt und konsequent und zeigten auch offensiv eine spielerisch äußerst ansprechende Leistung. Die Konsequenz: Nach gerade einmal fünf absolvierten Spielminuten lagen die Schützlinge von Timm Dietrich durch Treffer von Marvin Lötzbeyer, Steve Gerber, Jan Wendte und Robin Junghans mit 4:0 vorne. Eine Situation, die Nordhorns Coach Markus Müller früh zum Timeout nötigte. Eine Auszeit, die zunächst keinen Einfluss auf den Spielverlauf zu haben schien. Zwar gelang den Hausherren in der 9. Minuten durch Top-Torschütze Levin Zare der erste Treffer, doch die Hasestädter legten durch Malte Fallenbeck und erneut Junghans rasch zum 1:6 nach. Was danach geschah, lässt sich schwer beschreiben und noch viel schwerer erklären. Die Gäste verloren vollständig ihre zuvor gute spielerische Linie und erzielten bis zum Seitenwechsel nicht einen einzigen weiteren Treffer – ein offensiver Offenbarungseid. Doch auch die Hausherren taten sich weiter schwer gegen die kompakte Osnabrücker Deckung und einen überragenden Sebastian Siebert im Tor. Kam die HSG Nordhorn zunächst bis zur 18. Minute auf 4:6 heran, fiel im Anschluss ganze elf Minuten überhaupt kein Tor, ehe zweimal Julian Paul bis zum Seitenwechsel das 6:6 und damit das erste Remis überhaupt für sein Team herstellte.

Nach Wiederbeginn war es Jan Wendte, der sein Team nach fast 23 torlosen Minuten erlöste und auf 6:7 stellte. Doch auch in der Folge dominerten die Abwehrreihen die Partie und sorgten gepaart mit weitestgehend uninspirierten Angriffs-leistungen dafür, dass Torarmut weiterein Punkt eins auf der Tagesordnung blieb. In der 45. Minute war es schließlich Julian Paul, der seine Mannschaft beim Stand von 11:10 erstmalig in Führung brachte. Einen verworfenen Osnabrücker Siebenmeter sowie zwei Zare-Treffer später sah sich die HSG Osnabrück gar schon mit drei Toren Differenz im Hintertreffen. Ein Rückstand, der bis in die Schlussminuten Bestand hatte, bevor Christian Bolte und Marvin Lötzbeyer ihr Team vier Minuten vor dem Ende wieder auf 15:14 heranbrachten. Doch erneut hatte Nordhorns Zare zweieinhalb Minuten vor dem Ende die passende Antwort parat und stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Osnabrücks Trainer Dietrich setzte nun alles auf eine Karte, ließ offensiv und vor allem erfolgreich verteidigen. Die Gastgeber hatten sichtlich Schwierigkeiten, Lösungen für die neue Situation zu finden. So war es Christian Bolte, der 55 Sekunden vor dem Ende den Anschlusstreffer zum 16:15 erzielte. Noch einmal verloren die Nordhorner den Ball.  Noch einmal bot sich für die Gäste die Chance zum Ausgleich. Mit verwaistem Tor und dadurch resultierend im Angriff in Überzahl, bemühte sich Osnabrück letztmals um den Ausgleich und den damit verbundenen Punktgewinn. Ein guter Angriff brachte schließlich Robin Junghans in Wurfposition. Der Linksaußen wählte den Heber, setzte diesen aber minimal zu niedrig an, sodass der ebenfalls herausragende Nordhorner Schlussmann Dennis Bartels noch die Fingerspitzen an den Ball brachte und damit den Sieg seiner Mannschaft festhielt.

Für die HSG Osnabrück bedeutet die fünfte Niederlage in Serie das Verharren auf Rang fünf der Tabelle und die Gefahr, noch weiter in der Tabelle abzurutschen. Im Rahmen des HSG-Saisonabschlusses trifft die Mannschaft am heutigen Samstag um 18 Uhr im vorletzten Heimspiel auf Titelaspirant TV Dinklage.

HSG Osnabrück: Christian Bolte 5/2, Marvin Lötzbeyer 3, Robin Junghans 2/1, Jan Wendte 2/1, Malte Fallenbeck 1, Steve Gerber 1, Béla Mokrys 1, Frederic Hinz, Fritz Rothe, Alexander Schilling, Mirco Wolter, Mathias Wygold, Johannes Küpper (TW), Sebastian Siebert (TW). Trainer: Timm Dietrich.

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1. Herren – Guter Start, keine Punkte

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